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Nicht-medi­ka­men­tö­se The­ra­pien wie die keto­ge­ne Diät und Vagus­nerv-Sti­mu­la­ti­on kön­nen die Behand­lung beim Dra­vet-Syn­drom wirk­sam ergän­zen. Erfah­re auf die­ser Sei­te mehr über die­se alter­na­ti­ven The­ra­pie­for­men.

Die keto­ge­ne Diät ist eine spe­zi­el­le Ernäh­rungs­form mit sehr hohem Fett­an­teil, wenig Eiweiß und sehr wenig Koh­len­hy­dra­ten. Dadurch stellt der Kör­per auf soge­nann­te Keton­kör­per als Ener­gie­quel­le um. Vie­le Stu­di­en zei­gen, dass die­se Diät bei einem Teil der Kin­der mit Dra­vet-Syn­drom die Anfall­s­last deut­lich ver­rin­gern kann.

Wich­tig ist, dass die Diät ohne gleich­zei­ti­ge Ände­run­gen ande­rer Behand­lun­gen begon­nen wird, um den Effekt klar beur­tei­len zu kön­nen. Nor­ma­ler­wei­se zeigt sich inner­halb von etwa drei Mona­ten, ob die Diät wirk­sam ist oder nicht. Wenn sie hilf­reich ist, wird emp­foh­len, sie etwa zwei Jah­re lang fort­zu­füh­ren und danach lang­sam abzu­set­zen. In den meis­ten Fäl­len blei­ben die posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen auch nach dem Abset­zen bestehen, sodass die Betrof­fe­nen anschlie­ßend wie­der zu einer nor­ma­len Ernäh­rung über­ge­hen kön­nen.

Da die Umstel­lung auf­wen­dig ist und Risi­ken birgt (z. B. Nähr­stoff­man­gel, Wachs­tums­ver­zö­ge­rung, Ver­dau­ungs­pro­ble­me), darf sie nur unter enger ärzt­li­cher und ernäh­rungs­me­di­zi­ni­scher Beglei­tung durch­ge­führt wer­den, meist in spe­zia­li­sier­ten Epi­lep­sie­zen­tren.

Bei der Vagus­nerv-Sti­mu­la­ti­on (VNS) wird ein klei­nes Gerät, ähn­lich einem Herz­schritt­ma­cher, chir­ur­gisch in die Brust implan­tiert. Vom Gerät führt ein Kabel zum lin­ken Vagus­nerv, der vom Gehirn durch den Hals bis in den Brust- und Bauch­raum ver­läuft. Das Kabel wird um die­sen Nerv gelegt, sodass das Gerät in regel­mä­ßi­gen Abstän­den elek­tri­sche Impul­se an das Gehirn sen­den kann. Ziel ist es, die über­ak­ti­ve Signal­über­tra­gung im Gehirn zu regu­lie­ren, die beim Dra­vet-Syn­drom Anfäl­le aus­löst.

Die Sti­mu­la­ti­on beginnt meist auf einem nied­ri­gen Niveau und wird nach und nach indi­vi­du­ell ange­passt, je nach Sym­pto­men und Wirk­sam­keit. Zusätz­lich kön­nen Eltern oder Betreu­ungs­per­so­nen mit einem exter­nen Magne­ten stär­ke­re Impul­se aus­lö­sen, wenn ein Anfall beginnt oder sich ver­län­gert. Dadurch kann es in man­chen Fäl­len gelin­gen, einen Anfall zu ver­kür­zen oder ganz zu stop­pen.

Die Wir­kung ist sehr indi­vi­du­ell: Man­che Kin­der und Erwach­se­ne mit Dra­vet-Syn­drom pro­fi­tie­ren deut­lich – die Anfalls­häu­fig­keit und ‑schwe­re nimmt ab, und manch­mal ver­bes­sern sich auch Wach­heit, Auf­merk­sam­keit oder Stim­mung. Bei ande­ren ist der Effekt gerin­ger. Gene­rell wird die VNS beim Dra­vet-Syn­drom meist dann erwo­gen, wenn ande­re Behand­lun­gen nicht aus­rei­chend wirk­sam waren.