Der Dra­vet-Syn­drom e.V. war vom 26. bis 29. März 2025 in Salz­burg auf der 13. Drei­län­der­ta­gung für Epi­lep­to­lo­gie ver­tre­ten. Die­se jähr­lich orga­ni­sier­te Ver­an­stal­tung wird von der Deut­schen und Öster­rei­chi­schen Gesell­schaft für Epi­lep­to­lo­gie sowie der Schwei­ze­ri­schen Epi­lep­sie-Liga aus­ge­rich­tet. Sie dient als zen­tra­le Platt­form für den inter­dis­zi­pli­nä­ren Aus­tausch über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen in der Epi­lep­sie­for­schung und ‑the­ra­pie im deutsch­spra­chi­gen Raum. Das Dra­vet-Syn­drom ist eine sel­te­ne, the­ra­pie­re­sis­ten­te Form der Epi­lep­sie, die bereits im ers­ten Lebens­jahr auf­tritt und mit schwe­ren Ent­wick­lungs­be­ein­träch­ti­gun­gen ein­her­geht.

Laut der Deut­schen Gesell­schaft für Epi­lep­to­lo­gie (DGfE) sind in Deutsch­land etwa 600.000 bis 700.000 Men­schen von Epi­lep­sie betrof­fen (Quel­le DGfE). In Öster­reich liegt die Zahl der Betrof­fe­nen bei rund 70.000 (Quel­le Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft für Epi­lep­to­lo­gie), wäh­rend es in der Schweiz etwa 80.000 sind (Quel­le Schwei­ze­ri­sche Epi­lep­sie-Liga).

Schwer­punk­te der Tagung

Die dies­jäh­ri­ge Drei­län­der­ta­gung beleuch­te­te ver­schie­de­ne The­men der Epi­lep­sie­for­schung, dar­un­ter die gene­ti­sche Dia­gnos­tik, per­so­na­li­sier­te The­ra­pie­an­sät­ze sowie die opti­ma­le Ver­sor­gung von Pati­en­ten mit Ent­wick­lungs- und epi­lep­ti­schen Enze­pha­lo­pa­thien (DEE). Die­se Aspek­te sind auch für das Dra­vet-Syn­drom von gro­ßer Bedeu­tung, da eine früh­zei­ti­ge Dia­gno­se­stel­lung und geziel­te The­ra­pien ent­schei­dend für den Krank­heits­ver­lauf sind.

  • Indus­trie­sym­po­si­en: Dis­ku­tiert wur­den unter ande­rem die Bedeu­tung einer früh­zei­ti­gen The­ra­pie sowie die Ver­sor­gungs­rea­li­tät von DEE-Pati­en­ten.
  • Gene­ti­sche Dia­gnos­tik: Die Rol­le gene­ti­scher Unter­su­chun­gen für die Früh­erken­nung und indi­vi­dua­li­sier­te Behand­lung von Epi­lep­sien war eben­falls ein wich­ti­ges The­ma.

Dra­vet-Syn­drom e.V. auf der Tagung

Der Dra­vet-Syn­drom e.V. setzt sich für betrof­fe­ne Fami­li­en ein, bie­tet Auf­klä­rung und för­dert den Aus­tausch zwi­schen Pati­en­ten, Ärz­ten und For­schern. Unse­re Teil­nah­me an der Drei­län­der­ta­gung hat­te meh­re­re Zie­le:

  • Ver­net­zung mit Fach­leu­ten: Wir nutz­ten die Gele­gen­heit, um mit Neu­ro­lo­gen, Epi­lep­to­lo­gen und Phar­ma­un­ter­neh­men über neue Ent­wick­lun­gen in der The­ra­pie des Dra­vet-Syn­droms zu spre­chen.
  • Auf­klä­rung und Sen­si­bi­li­sie­rung: In Öster­reich gibt es bis­lang kei­ne eige­ne Pati­en­ten­or­ga­ni­sa­ti­on für Dra­vet-Betrof­fe­ne, was unser Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot vor Ort umso wert­vol­ler mach­te.
  • Aus­tausch über aktu­el­le For­schung: Beson­ders im Bereich der per­so­na­li­sier­ten Medi­zin und gene­ti­schen Dia­gnos­tik gibt es neue Ansät­ze, die auch für Dra­vet-Pati­en­ten rele­vant sein könn­ten.

Der Infor­ma­ti­ons­stand des Ver­eins war stark fre­quen­tiert. Das bestä­tigt den anhal­ten­den Bedarf an Auf­klä­rung und geziel­ten Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten für betrof­fe­ne Fami­li­en und Fach­per­so­nal. Die Teil­nah­me an der Drei­län­der­ta­gung ist und bleibt eine wich­ti­ge Gele­gen­heit, die Sicht­bar­keit des Ver­eins im deutsch­spra­chi­gen Raum zu erhö­hen.

Herz­li­chen Dank an Nadi­ne und Bea, die den Ver­ein und die Dra­vet-Com­mu­ni­ty vor Ort tat­kräf­tig reprä­sen­tiert haben.