Encoded The­ra­peu­tics hat im Janu­ar 2026 wei­te­re wich­ti­ge Fort­schrit­te im kli­ni­schen Ent­wick­lungs­pro­gramm der Gen­the­ra­pie ETX101 bekannt gege­ben. Die­se lie­fern nicht nur eine zusätz­li­che Ein­ord­nung zu den bereits vor­ge­stell­ten Stu­di­en­da­ten, son­dern mar­kie­ren auch einen ent­schei­den­den regu­la­to­ri­schen Schritt: ETX101 hat von der US-ame­ri­ka­ni­schen Arz­nei­mit­tel­be­hör­de FDA den Breakth­rough-The­ra­py-Sta­tus erhal­ten.

Damit ver­dich­ten sich die Hin­wei­se, dass ETX101 zu den der­zeit viel­ver­spre­chends­ten krank­heits­mo­di­fi­zie­ren­den The­ra­pie­an­sät­zen beim Dra­vet-Syn­drom gehört.

Breakth­rough-The­ra­py-Sta­tus: Was bedeu­tet das kon­kret?

Am 12. Janu­ar 2026 gab die U.S. Food and Drug Admi­nis­tra­ti­on bekannt, dass ETX101 offi­zi­ell als Breakth­rough The­ra­py ein­ge­stuft wur­de. Die­se beson­de­re regu­la­to­ri­sche Ein­stu­fung wird nur dann ver­ge­ben, wenn frü­he kli­ni­sche Daten dar­auf hin­deu­ten, dass eine neue The­ra­pie bei einer schwe­ren oder lebens­be­droh­li­chen Erkran­kung einen deut­li­chen Zusatz­nut­zen gegen­über bestehen­den Behand­lungs­op­tio­nen haben könn­te.

Für ETX101 bedeu­tet die­ser Sta­tus vor allem, dass die wei­te­re Ent­wick­lung nun enger und inten­si­ver durch die FDA beglei­tet wird. Prüf- und Abstim­mungs­pro­zes­se kön­nen beschleu­nigt wer­den, und sobald aus­rei­chen­de Daten vor­lie­gen, besteht die Mög­lich­keit einer prio­ri­sier­ten Zulas­sungs­prü­fung. Der Breakth­rough-Sta­tus ergänzt bereits bestehen­de Son­der­aus­zeich­nun­gen wie RMAT, Fast Track, Orphan Drug und Rare Pedia­tric Dise­a­se und unter­streicht damit sowohl den hohen medi­zi­ni­schen Bedarf beim Dra­vet-Syn­drom, als auch das Poten­zi­al der bis­he­ri­gen ETX101-Daten.

Aktu­el­ler Stand der kli­ni­schen Daten

Encoded The­ra­peu­tics bestä­tig­te Anfang Janu­ar noch­mals die posi­ti­ven Zwi­schen­er­geb­nis­se aus den lau­fen­den POLA­RIS-Pha­se‑1/2‑­Stu­di­en, die bereits Ende 2025 vor­ge­stellt wor­den waren:

  • deut­li­che, dosis­ab­hän­gi­ge Reduk­ti­on der monat­lich zähl­ba­ren Anfäl­le

  • anhal­ten­de Wir­kung über Mona­te hin­weg nach ein­ma­li­ger Behand­lung

  • kli­nisch rele­van­te Fort­schrit­te in der neu­ro­lo­gi­schen Ent­wick­lung, ins­be­son­de­re bei früh behan­del­ten Kin­dern

Beson­ders her­vor­ge­ho­ben wur­de erneut, dass sich die Ent­wick­lungs­ge­win­ne – etwa in Kogni­ti­on, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Moto­rik – über das hin­aus bewe­gen, was beim natür­li­chen Ver­lauf des Dra­vet-Syn­droms zu erwar­ten wäre. Dies stützt die Annah­me, dass ETX101 nicht nur Anfäl­le redu­ziert, son­dern mög­li­cher­wei­se auch eine Ent­wick­lungs­s­ta­gna­ti­on ver­hin­dern oder abmil­dern kann, vor allem bei frü­her Inter­ven­ti­on.

Sicher­heit und Ver­träg­lich­keit wei­ter­hin sta­bil

Auch in den aktu­el­len Mit­tei­lun­gen wur­de das ermu­ti­gen­de Sicher­heits­pro­fil von ETX101 bestä­tigt. Schwer­wie­gen­de the­ra­pie­be­ding­te Neben­wir­kun­gen wur­den bis­lang nicht beob­ach­tet. Die bekann­ten, vor­über­ge­hen­den Erhö­hun­gen der Leber­wer­te – ein typi­sches Phä­no­men bei AAV-Gen­the­ra­pien – ver­lie­fen ohne kli­ni­sche Sym­pto­me und bil­de­ten sich voll­stän­dig zurück.

Für die höchs­te Dosie­rungs­stu­fe (Dosis 4) lie­gen der­zeit wei­ter­hin aus­schließ­lich Sicher­heits­da­ten vor. Wirk­sam­keits­da­ten aus die­ser Dosis­stu­fe wer­den für 2026 erwar­tet.

Wie ist der aktu­el­le Stand für Euro­pa?

Vie­le Fami­li­en in Euro­pa ver­fol­gen die Ent­wick­lun­gen rund um ETX101 mit gro­ßer Hoff­nung – und gleich­zei­tig mit der Fra­ge, wann kli­ni­sche Stu­di­en oder ein mög­li­cher Zugang zur The­ra­pie auch hier rea­lis­tisch wer­den könn­ten.

Encoded The­ra­peu­tics befin­det sich inzwi­schen im akti­ven Aus­tausch mit der Euro­pean Medi­ci­nes Agen­cy. Ein zen­tra­ler regu­la­to­ri­scher Mei­len­stein wur­de bereits erreicht: Der Päd­ia­trie­aus­schuss der EMA (PDCO) hat eine posi­ti­ve Stel­lung­nah­me zum soge­nann­ten Paed­ia­tric Inves­ti­ga­ti­on Plan (PIP) abge­ge­ben. Die­ser Plan ist eine ver­pflich­ten­de Vor­aus­set­zung, bevor kli­ni­sche Stu­di­en mit Kin­dern in Euro­pa begin­nen dür­fen.

Trotz die­ses wich­ti­gen Fort­schritts ist klar, dass die euro­päi­schen Zulas­sungs- und Stu­di­en­pro­zes­se Zeit benö­ti­gen. Der­zeit gibt es noch kei­ne ver­bind­li­chen Anga­ben dazu, in wel­chen Län­dern Stu­di­en statt­fin­den könn­ten, wel­che Zen­tren betei­ligt sein wer­den oder wel­che fina­len Ein­schluss­kri­te­ri­en gel­ten. Nach aktu­el­lem Stand ist nicht davon aus­zu­ge­hen, dass euro­päi­sche Stu­di­en vor Ende 2026 star­ten. Wei­te­re Gesprä­che mit den Behör­den sol­len in den kom­men­den Mona­ten jedoch für mehr Klar­heit sor­gen.

Nächs­te Schrit­te: Was ist für 2026 geplant?

Encoded The­ra­peu­tics sieht das Dra­vet-Pro­gramm nun an einem stra­te­gi­schen Wen­de­punkt. Für das Jahr 2026 sind meh­re­re ent­schei­den­de Schrit­te vor­ge­se­hen, dar­un­ter die Ver­öf­fent­li­chung ers­ter Wirk­sam­keits­da­ten aus der höchs­ten Dosie­rungs­stu­fe sowie der Start einer zulas­sungs­re­le­van­ten, soge­nann­ten pivo­ta­len Stu­die. Par­al­lel dazu lau­fen wei­te­re regu­la­to­ri­sche Abstim­mun­gen im Rah­men des Breakth­rough-Sta­tus.

Um auf die­se nächs­ten Pha­sen vor­be­rei­tet zu sein, hat das Unter­neh­men zudem eine eige­ne GMP-Pro­duk­ti­ons­stät­te in Betrieb genom­men. Sie soll sowohl die Ver­sor­gung zukünf­ti­ger Stu­di­en als auch eine mög­li­che spä­te­re Zulas­sung absi­chern und gilt als wich­ti­ger Bau­stein, um Ver­zö­ge­run­gen zu ver­mei­den.

Was bedeu­ten die­se Ent­wick­lun­gen für Fami­li­en?

Auch wenn ETX101 wei­ter­hin eine expe­ri­men­tel­le The­ra­pie ist und noch kei­ne Zulas­sung vor­liegt, zei­gen die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen klar:
ETX101 wird inzwi­schen nicht mehr nur als viel­ver­spre­chen­der For­schungs­an­satz gese­hen, son­dern als rea­lis­ti­scher Kan­di­dat für eine krank­heits­mo­di­fi­zie­ren­de Behand­lung des Dra­vet-Syn­droms.

Der Breakth­rough-The­ra­py-Sta­tus ist dabei kein Ver­spre­chen auf schnel­le Ver­füg­bar­keit, aber ein star­kes Signal, dass die bis­he­ri­gen Daten ernst genom­men wer­den und der Ent­wick­lungs­pro­zess nun deut­lich an Fahrt gewinnt, sowohl in den USA als auch per­spek­ti­visch in Euro­pa.

Wir ver­fol­gen die wei­te­ren Schrit­te von Encoded The­ra­peu­tics auf­merk­sam und hal­ten euch selbst­ver­ständ­lich auf dem Lau­fen­den, sobald neue Stu­di­en­da­ten oder regu­la­to­ri­sche Ent­schei­dun­gen ver­öf­fent­licht wer­den. Zu den aktu­el­len Pres­se­mitt­leit­zun­gen von Encoded kommst du hier.