Vier intensive Tage liegen hinter uns: Auf der 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) vom 10. bis 13. Juni 2026 in Würzburg standen der fachliche Austausch, aktuelle Forschungsergebnisse und viele persönliche Begegnungen im Mittelpunkt. An unserem Stand, in den Pausen zwischen den Symposien und beim Gesellschaftsabend konnten wir zahlreiche Gespräche führen, bestehende Kontakte pflegen und neue knüpfen.

Nadine und Bea sind für den Dravet-Syndrom e.V. in Würzburg.
Personalisierte Medizin gewinnt an Bedeutung
Unter dem Motto „Personalisierte Behandlung in der Epileptologie“ wurde deutlich, wie stark die genetische Forschung die Behandlung von Epilepsien verändert. Immer häufiger können genetische Ursachen identifiziert werden – eine Entwicklung, die insbesondere für Menschen mit seltenen epileptischen Erkrankungen wie dem Dravet-Syndrom von großer Bedeutung ist.
Vorgestellt wurden auch neue Therapieansätze, von denen einige bereits in klinischen Studien untersucht werden. Diese Entwicklungen geben Anlass zur Hoffnung, denn sie könnten künftig eine noch gezieltere und individuellere Behandlung ermöglichen.
Gleichzeitig wurde betont, dass zur personalisierten Medizin weit mehr gehört als die Behandlung von Anfällen. Viele seltene Erkrankungen gehen mit zusätzlichen gesundheitlichen und entwicklungsbezogenen Herausforderungen einher. Diese Begleiterkrankungen müssen stärker in den Fokus rücken, damit Betroffene eine umfassende und bedarfsgerechte Versorgung erhalten.

Die Epilepsie-Tagung war auch 2026 gut besucht.
Sorgen um die zukünftige Versorgung
Auch die aktuelle gesundheitspolitische Situation war ein zentrales Gesprächsthema. Viele Fachleute äußerten Sorgen darüber, welche Auswirkungen geplante Einsparungen auf die Versorgung von Menschen mit Epilepsie und anderen komplexen Erkrankungen haben könnten. Die Sorge: Eine qualitativ hochwertige Betreuung in Kliniken und spezialisierten Zentren könnte künftig schwieriger werden.
Ein bewegender Blick auf den Weg zur Diagnose
Besonders bewegt hat uns der Vortrag von Nicola Schmale vom Epilepsie-Bundeselternverband e.V. Sie schilderte eindrucksvoll den Weg ihres Sohnes bis zur Diagnose und machte deutlich, welche Belastungen Familien oft über Jahre hinweg tragen. Ihr Bericht zeigte einmal mehr, wie wichtig eine frühzeitige genetische Diagnostik sein kann, um möglichst schnell die passende Behandlung einzuleiten.
Ausblick auf Basel 2027
Wir danken den Veranstaltern für eine gelungene Tagung und freuen uns über die vielen wertvollen Begegnungen. Der persönliche Austausch mit Fachleuten, Forschenden, Betroffenen und Angehörigen ist für unsere Arbeit von großer Bedeutung.
Und schon jetzt blicken wir voraus: Die nächste Gelegenheit zum Austausch bietet die 14. Dreiländertagung, die vom 11. bis 13. März 2027 in Basel stattfinden wird.


