Sto­ke The­ra­peu­tics hat Ende Juni 2026 bekannt gege­ben, dass die Rekru­tie­rung für die zen­tra­le Pha­se-3-Stu­die EMPER­OR zur Unter­su­chung von Zore­vu­n­er­sen abge­schlos­sen wur­de. Ins­ge­samt wur­den welt­weit bereits 162 Kin­der und Jugend­li­che mit Dra­vet-Syn­drom in die Stu­die auf­ge­nom­men. Damit wur­de ein wich­ti­ger Mei­len­stein auf dem Weg zu einer mög­li­chen Zulas­sung der ers­ten krank­heits­mo­di­fi­zie­ren­den The­ra­pie für das Dra­vet-Syn­drom erreicht.

Rekru­tie­rung in nur zehn Mona­ten abge­schlos­sen

Nach Anga­ben von Sto­ke The­ra­peu­tics konn­ten die geplan­ten 162 Stu­di­en­teil­neh­men­den in den USA, dem Ver­ei­nig­ten König­reich und Japan inner­halb von nur zehn Mona­ten ein­ge­schlos­sen wer­den. Rund 50 der Kin­der und Jugend­li­chen haben inzwi­schen bereits die ers­ten 28 Wochen der Behand­lung abge­schlos­sen – der Zeit­punkt, zu dem der wich­tigs­te Stu­di­en­end­punkt, die Ver­än­de­rung der Häu­fig­keit gro­ßer moto­ri­scher Anfäl­le, aus­ge­wer­tet wird.

Zusätz­lich läuft der­zeit die Rekru­tie­rung einer wei­te­ren euro­päi­schen Kohor­te mit etwa 30 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in Deutsch­land, Frank­reich, Spa­ni­en und Ita­li­en. Der letz­te Stu­di­en­teil­neh­men­de soll dort vor­aus­sicht­lich im August 2026 auf­ge­nom­men wer­den.

Beson­ders bemer­kens­wert: Bis­lang hat laut Sto­ke kein ein­zi­ges Kind die Behand­lung inner­halb der Stu­die abge­bro­chen.

Was unter­sucht die EMPER­OR-Stu­die?

Die EMPER­OR-Stu­die ist eine glo­ba­le, ran­do­mi­sier­te, dop­pel­blin­de und schein­kon­trol­lier­te Pha­se-3-Stu­die. Die Teil­neh­men­den erhal­ten ent­we­der Zore­vu­n­er­sen oder eine Schein­be­hand­lung, ohne dass Fami­li­en oder Behan­deln­de wis­sen, wel­cher Grup­pe sie zuge­ord­net wur­den.

Der wich­tigs­te End­punkt der Stu­die ist die Ver­än­de­rung der Häu­fig­keit gro­ßer moto­ri­scher Anfäl­le nach 28 Wochen Behand­lung. Da Zore­vu­n­er­sen jedoch nicht nur die Anfalls­häu­fig­keit beein­flus­sen, son­dern mög­li­cher­wei­se auch die Ent­wick­lung der Kin­der posi­tiv ver­än­dern könn­te, läuft die Stu­die ins­ge­samt über 52 Wochen wei­ter.

Im Ver­lauf wer­den des­halb zusätz­lich Ver­än­de­run­gen in Berei­chen wie:

  • Spra­che und Kom­mu­ni­ka­ti­on,
  • sozia­le Fähig­kei­ten,
  • All­tags­kom­pe­ten­zen,
  • Ver­hal­ten und
  • kogni­ti­ve Ent­wick­lung

unter­sucht.

Hier­für kom­men unter ande­rem eta­blier­te Ent­wick­lungs- und Ver­hal­tens­ska­len wie der Vineland‑3 zum Ein­satz.

War­um ist Zore­vu­n­er­sen so beson­ders?

Im Gegen­satz zu den der­zeit ver­füg­ba­ren Medi­ka­men­ten gegen Epi­lep­sie setzt Zore­vu­n­er­sen direkt an der Ursa­che des Dra­vet-Syn­droms an. Die The­ra­pie soll die Pro­duk­ti­on des feh­len­den NaV1.1‑Proteins erhö­hen, das auf­grund von Ver­än­de­run­gen im SCN1A-Gen nicht aus­rei­chend gebil­det wird.

Das Ziel ist des­halb nicht nur eine Ver­rin­ge­rung der Anfalls­häu­fig­keit, son­dern mög­li­cher­wei­se auch eine Ver­bes­se­rung von Ent­wick­lung, Ver­hal­ten und Kogni­ti­on.

Die bis­he­ri­gen Phase‑1/​2‑Studien hat­ten bereits viel­ver­spre­chen­de Ergeb­nis­se gezeigt. Dort wur­den Anfalls­re­duk­tio­nen von teil­wei­se über 80 Pro­zent beob­ach­tet. Gleich­zei­tig berich­te­ten Fami­li­en und Behan­deln­de über Ver­bes­se­run­gen im Ver­hal­ten, in der Kom­mu­ni­ka­ti­on und im All­tag der Kin­der.

Ob sich die­se Ergeb­nis­se in der deut­lich grö­ße­ren und kon­trol­lier­ten Pha­se-3-Stu­die bestä­ti­gen, müs­sen die kom­men­den Daten zei­gen.

Zulas­sungs­an­trag bereits für 2027 geplant

Sto­ke plant, bereits im ers­ten Quar­tal 2027 mit der schritt­wei­sen Ein­rei­chung des Zulas­sungs­an­trags bei der US-ame­ri­ka­ni­schen Arz­nei­mit­tel­be­hör­de FDA zu begin­nen. Die­ses soge­nann­te „Rol­ling NDA“-Verfahren ermög­licht es, bereits fer­ti­ge Tei­le des Zulas­sungs­dos­siers ein­zu­rei­chen, bevor alle Stu­di­en­da­ten voll­stän­dig vor­lie­gen.

Die ers­ten Ergeb­nis­se der Pha­se-3-Stu­die wer­den der­zeit für das drit­te Quar­tal 2027 erwar­tet. Soll­ten die Daten posi­tiv aus­fal­len, könn­te der Zulas­sungs­an­trag noch im Lau­fe des zwei­ten Halb­jah­res 2027 voll­stän­dig ein­ge­reicht wer­den.

Sto­ke geht der­zeit davon aus, dass eine mög­li­che Zulas­sung in den USA Anfang 2028 erfol­gen könn­te.

Hoff­nung für Fami­li­en mit Dra­vet-Syn­drom

Für vie­le Fami­li­en stellt Zore­vu­n­er­sen einen beson­de­ren Hoff­nungs­trä­ger dar, da es sich um die ers­te The­ra­pie han­delt, die direkt auf die gene­ti­sche Ursa­che des Dra­vet-Syn­droms abzielt.

Auch die Dra­vet Syn­dro­me Foun­da­ti­on beton­te die Bedeu­tung die­ses Mei­len­steins. Die erfolg­rei­che und schnel­le Rekru­tie­rung der Stu­die zei­ge sowohl den hohen medi­zi­ni­schen Bedarf als auch die Hoff­nung vie­ler Fami­li­en auf neue Behand­lungs­mög­lich­kei­ten.

Bis zu einer mög­li­chen Zulas­sung sind zwar noch eini­ge wich­ti­ge Schrit­te zu gehen. Mit dem Abschluss der Rekru­tie­rung der Pha­se-3-Stu­die ist Zore­vu­n­er­sen sei­nem Ziel, die ers­te krank­heits­mo­di­fi­zie­ren­de The­ra­pie für das Dra­vet-Syn­drom zu wer­den, jedoch ein gro­ßes Stück näher gekom­men.

Wie geht es jetzt wei­ter?

In den kom­men­den Mona­ten wer­den wei­te­re Stu­di­en­teil­neh­men­de die ent­schei­den­den 28 bezie­hungs­wei­se 52 Wochen der Behand­lung abschlie­ßen. Mit Span­nung wer­den des­halb die ers­ten Pha­se-3-Ergeb­nis­se erwar­tet, die für das drit­te Quar­tal 2027 ange­kün­digt sind.

Über alle wei­te­ren Ent­wick­lun­gen rund um Zore­vu­n­er­sen und die EMPER­OR-Stu­die hal­ten wir Euch selbst­ver­ständ­lich hier im Blog auf dem Lau­fen­den.

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